Darmkrebs Test
In der Praxis hat sich Darmkrebsfrüherkennung als die wirksamste Waffe gegen diese "stille" und "unauffällige" Krankheit bewährt, im Gegensatz z. B. zu Lungenkrebs, wo es noch keine Präventionsmöglichkeit für die große Masse gibt. Denn selbst, wenn Krebsvorstufen (Polypen) schon im Darm existieren, hat der Betroffene meist noch 5 bis 10 Jahre bis sich diese zu bösartigen Tumoren verändern. Wenn in dieser Zeit ein Darmkrebs-Test durchgeführt wird, bei dem der Arzt auf Polypen aufmerksam wird, kann er dann diese leicht entfernen und die Gefahr von Darmkrebs ist erst einmal gebannt. Denn bei rechtzeitiger Diagnose stehen die Heilungschancen bei Darmkrebs bei nahezu bei 100%.
Bei Darmkrebs spielt also die Teilnahme an solchen Darmkrebs-Tests und die Genauigkeit der Testmethoden eine besondere Rolle. Die Teilnahme der Deutschen an Vorsorgeuntersuchen in diesem Bereich lassen allerdings zu wünschen übrig, was hauptsächlich an der Tabuisierung des Themas und nicht an der Testdurchführung selbst liegt. Denn diese sind harmlos, allerhöchstens vielleicht ein wenig unangenehm für den Untersuchten.
In der Aufklärung hinsichtlich dieses Tabuthemas liegt eine große Chance. Gerade dann muss aber immer noch ein genauer Blick auf die Effektivität der Testmethoden geworfen werden. Es gibt die Möglichkeit verstecktes Blut im Stuhl zu ermitteln, was relativ einfach, aber auch recht ungenau ist. Nur wenn diese Darmkrebsfrüherkennung regelmäßig und jedes Jahr durchgeführt wird, erhöht sich die Aussicht auf erfolgreiche, weil genaue Testauswertungen. Es ist aber weiterhin zu bedenken, dass nur blutende Tumore und Polypen entdeckt werden. Außerdem ist der Test recht störanfällig, und es müssen drei Tage vor der Stuhlprobenentnahme bestimmte Nahrungsmittel gemieden werden (z. B. halb durchgebratene Steaks, Tartar, Blutwurst, Kirschen und Eisenpräparate), da sie zu einem falsch positiven Ergebnis führen können. Die Spezifität, darunter verstehen Mediziner die Wahrscheinlichkeit, dass ein negatives Testergebnis auch tatsächlich eine negative Diagnose bedeutet, ist mit 20-30% recht niedrig.
Die höchste Spezifität als Darmkrebs-Test besitzt bisher die Dickdarmspiegelung (Koloskopie). Der große Vorteil liegt in der Möglichkeit entdeckte Polypen bzw. Tumore direkt entfernen zu können. Also, falls nötig, Vorsorge und Behandlung in einem. Ein recht neuer Stuhltest kombiniert die Vorteile beider Tests. Dabei wird nicht nach Blut im Stuhl, sondern nach tumorspezifischen Enzymen, einem Stoffwechselprodukt gesucht. Die Treffsicherheit dieses Darmkrebstests liegt bei 60-90% und ist von blutenden Tumoren unabhängig, und eine rektale Einführung eines Schlauches muss auch nicht durchgeführt werden.

